Websites · Ratgeber
Eine Website planen, die Ihren Kunden wirklich weiterhilft
Ihr Ansprechpartner: Kürsat Ünal
Eine Website zu planen heißt zuerst festzulegen, was ein Besucher dort erledigen soll. Für einen Dienstleister kann das eine qualifizierte Anfrage sein, für einen Salon ein verständlicher Weg zum Termin und für einen Shop die Auswahl eines passenden Produkts. Gestaltung und Technik folgen dieser Aufgabe. Sonst entsteht schnell eine ansehnliche Seite, bei der trotzdem unklar bleibt, wie es weitergeht.
Diese Checkliste richtet sich an Unternehmen, die ihre erste Firmenwebsite beauftragen oder eine bestehende Seite überarbeiten möchten. Sie brauchen dafür noch kein technisches Konzept. Wenn Sie Ziel, Inhalte, Verantwortliche und Grenzen beschreiben können, lässt sich ein Angebot bereits wesentlich besser einordnen.
1. Welche Aufgabe soll Ihre Firmenwebsite erfüllen?
Schreiben Sie einen Satz aus Sicht Ihrer Kunden auf. Zum Beispiel: „Ich möchte wissen, ob dieser Betrieb meine Aufgabe übernehmen kann und welche Angaben er für ein Angebot braucht.“ Das ist ein Planungsbeispiel, kein fertiger Werbetext. Daraus ergeben sich Inhalte wie Leistungsumfang, passende Projektbeispiele, Ansprechpartner und Anfrageformular.
Wählen Sie für den Einstieg einen Hauptweg. Telefon, Formular und E-Mail dürfen nebeneinander bestehen, sollten aber nicht mit mehreren gleich lauten Aufforderungen konkurrieren. Ein erklärungsbedürftiges Softwareprojekt braucht andere Fragen als ein Rückrufwunsch. Fordern Sie nur Angaben an, die für den nächsten Bearbeitungsschritt tatsächlich gebraucht werden.
- Wer soll die Seite nutzen und mit welchem Anliegen?
- Welche Frage muss vor einer Kontaktaufnahme beantwortet sein?
- Was passiert nach dem Klick oder dem Absenden einer Anfrage?
2. Inhalte sammeln, bevor der Entwurf beginnt
Legen Sie Leistungen, echte Bilder, Unternehmensangaben und belegbare Projektinformationen zusammen. Notieren Sie zu jedem Angebot, für wen es gedacht ist, was enthalten ist und was ausdrücklich nicht dazugehört. Konkrete Antworten helfen mehr als Aussagen wie „innovative Lösungen“ oder „höchste Qualität“, die ohne Beispiel wenig erklären.
Eine kleine Firmenwebsite benötigt nicht automatisch viele Unterseiten. Sinnvoll sind eigenständige Seiten dann, wenn sie unterschiedliche Fragen beantworten. Ein ausführliches Leistungsangebot, die Person dahinter und ein nachvollziehbares Projekt haben jeweils einen eigenen Zweck. Mehrere beinahe identische Ortsseiten schaffen diesen Unterschied nicht.
Klären Sie außerdem, wer Texte und Bilder liefern und freigeben darf. Bei Kundenprojekten gehören Veröffentlichungsrechte und die Trennung von internen Informationen in diese Vorbereitung. Fehlt eine Freigabe, wird der Nachweis nicht einfach durch einen erfundenen Kunden oder eine geschätzte Erfolgszahl ersetzt.
3. Seitenstruktur und Anfrageweg zusammen planen
Zeichnen Sie den Weg von der Startseite bis zur passenden Anfrage auf. Ein Besucher sollte erkennen können, welche Leistung sein Problem trifft und wo er nähere Informationen findet. Benennen Sie Links nach ihrem Ziel. „Website und Anfrageprozess“ ist hilfreicher als ein mehrfach wiederholtes „Mehr erfahren“, wenn mehrere Angebote nebeneinander stehen.
Testen Sie den Weg auch auf einem schmalen Bildschirm. Sind Telefonnummer und Schaltflächen gut erreichbar? Bleiben Eingaben bei einer Fehlermeldung erhalten? Wird nach dem Absenden verständlich erklärt, ob die Anfrage angekommen ist? Zur Planung gehört nicht nur das Formular, sondern auch die zuständige Person im Unternehmen und deren weitere Bearbeitung.
4. Technik, Auffindbarkeit und Zugänge klären
Eine Website muss für Besucher erreichbar sein und ihre wesentlichen Inhalte zuverlässig anzeigen. Für die Suchmaschinenprüfung gehören verständliche Seitentitel, erreichbare Links, passende Seitenadressen und bewusst gesetzte Indexierungsangaben zum Start. Eine Sitemap hilft beim Auffinden der Adressen; sie ist keine Zusage, dass Google alle Seiten aufnimmt oder weit oben anzeigt.
Barrierearme Bedienung sollte bereits in den Entwurf einfließen. Dazu zählen beschriftete Formularfelder, sichtbarer Tastaturfokus, lesbare Kontraste und eine verständliche Reihenfolge. Das W3C zeigt zum Beispiel, wie Eingabefelder ausdrücklich mit ihren Beschriftungen verbunden werden. Ein bloßer Platzhalter im Feld ist dafür kein gleichwertiger Ersatz.
Halten Sie fest, wem Domain, Hostingkonto und Projektzugänge gehören und wer Änderungen vornehmen darf. Lassen Sie die notwendige rechtliche Prüfung der tatsächlichen Website einplanen. Ein kopierter Rechtstext oder ein pauschales „DSGVO-konform“ ersetzt diese Prüfung nicht; dieser Ratgeber stellt keine Rechtsberatung dar.
5. Angebote nach Umfang und Folgekosten vergleichen
Ein Preis lässt sich erst vergleichen, wenn die enthaltene Arbeit klar ist. Fragen Sie nach Seitenumfang, Texterstellung, Bildbearbeitung, Formularen, Schnittstellen und vereinbarten Korrekturrunden. Eine einfache Unternehmenspräsenz ist ein anderes Projekt als eine Website mit geschütztem Bereich, Buchungslogik oder einem Shop.
Trennen Sie die Erstellung von laufenden Positionen wie Hosting, Lizenzen, Wartung und redaktioneller Betreuung. Lassen Sie auch festhalten, wie spätere Erweiterungen angefragt und kalkuliert werden. Unani Technology nennt deshalb keinen erfundenen Einheitspreis für jede Website: Erst nach der Einordnung entsteht ein Angebot mit nachvollziehbaren Liefergegenständen.
Bei einem Relaunch kommt ein weiterer Punkt hinzu: Welche bestehenden Adressen bleiben erhalten und welche werden dauerhaft weitergeleitet? Notieren Sie wichtige bisherige Seiten und Kontaktwege, damit diese beim Wechsel nicht unbeabsichtigt verschwinden. Eine neue Gestaltung allein ist kein Grund, bereits hilfreiche Inhalte ersatzlos zu löschen.
6. Abnahme und Betreuung vor dem Start vereinbaren
Beschreiben Sie einige konkrete Prüfabläufe: Eine Person findet eine Leistung, stellt eine Anfrage und erhält eine Rückmeldung. Eine andere bedient das Menü und das Formular ausschließlich mit der Tastatur. Prüfen Sie außerdem Fehlerseiten, Weiterleitungen und die Darstellung wichtiger Bilder. Diese Abläufe sind verständlicher als die allgemeine Forderung, dass „alles funktionieren“ muss.
Zur Übergabe gehören die vereinbarten Zugänge, eine kurze Einweisung und eine klare Kontaktmöglichkeit bei Störungen. Bestimmen Sie, wer Leistungen, Kontaktdaten und Bilder später aktuell hält. Nach dem Start werden echte Anfragen und verfügbare Suchdaten ausgewertet; eine Suchmaschinenplatzierung wird nicht am Tag der Veröffentlichung versprochen.
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Die Liste ist eine Planungshilfe, keine automatische Projektfreigabe oder vollständige fachliche Prüfung.
Häufige Fragen
Wie viele Seiten braucht eine kleine Firmenwebsite?
So viele, wie für die unterschiedlichen Anliegen Ihrer Besucher nötig sind. Entscheidend ist nicht eine feste Zahl, sondern ob Leistung, Vertrauen und Kontakt verständlich abgedeckt sind. Für eigenständige Angebote können separate Seiten sinnvoll sein. Mehrere kurze Seiten mit nahezu demselben Inhalt helfen bei dieser Entscheidung nicht weiter.
Muss ich fertige Texte und Bilder mitbringen?
Nicht zwingend. Wichtig ist, dass die Informationen und eine Person für die Freigabe verfügbar sind. Ob Texte, Fotos oder Bildbearbeitung Teil der Zusammenarbeit werden, gehört ausdrücklich ins Angebot. Bestehendes Material ist ein guter Ausgangspunkt, sofern es aktuell ist und veröffentlicht werden darf.
Ist die Website nach der Veröffentlichung sofort bei Google?
Nicht automatisch. Google muss die Adressen entdecken, Inhalte abrufen und über die Indexierung entscheiden. Die technische Einrichtung und eine eingereichte Sitemap schaffen dafür Voraussetzungen. Der tatsächlich bestätigte Indexierungsstatus und die späteren Suchpositionen werden getrennt geprüft; eine sofortige Aufnahme lässt sich nicht zusagen.
Ihr nächster Schritt
Wenn Sie Ihre Website planen, ist ein klares Briefing der nächste sinnvolle Schritt. Nutzen Sie die Checkliste für offene Entscheidungen und bringen Sie diese in das erste Gespräch mit. Nicht jeder Punkt muss schon gelöst sein – er sollte nur sichtbar werden.
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